Kritik gehört zum Leben. An unserem letzten Expresso-Abend erwähnte ich eingangs unsere Tendenz, schneller mit der Kritik zu sein, als mit der Wertschätzung. Und schon muss ich mich an die eigene Nase fassen…

Heute dachte ich über unsere Gemeindefinanzen nach und das monatliche Defizit, das ich beim Expresso erneut kommuniziert habe. Dabei wurde ich mir meinem eigenen Mangel an Wertschätzung bewusst. Meine Freude über die Größenordnung unserer Spenden und Dankopfer habe ich zwar beim Expresso erwähnt – aber genau das ist es ja: Kurz erwähnt! Also hier noch einmal richtig gestellt:

Jeden Monat werden in der Regiogemeinde mehr als CHF 20,000 gespendet! Das heisst, Einzelne und Familien verzichten auf das, was sie mit satten CHF 20,000 sonst machen könnten – völlig freiwillig!! Und wie ich es mitbekomme, tun das die Allermeisten mit Freude!!! Das will ich im WERT von CHF 20,000 auch so WERTSCHÄTZEN! Gott gegenüber und auch uns als Gemeinde gegenüber!

Ich weiss nicht – und möchte es auch gar nicht wissen – mit welcher Größenordnung der Großzügigkeit und mit welchem Verzicht du und ggf. deine Familie Gott in dieser Weise ehrst. Aber ich möchte dir bzw. euch im Namen des Kernteams und der gesamten Gemeinde HERZLICH DANKEN für deinen Beitrag und diesen Ausdruck der Mitverantwortung für die Regio. Ich liebe es, dass er diese Freiheit und Großzügigkeit in unseren Herzen gewirkt hat. Welch ein Ausdruck der Anbetung: Wir investieren CHF 240,000 jährlich in das Reich Gottes!

Heute las ich im Johannesevangelium von einer Anmerkung, die, wie ich fand, unsinnig und überflüssig war: Es kommen auf einem Berg über 5000 Menschen auf Jesus zu. Bei der Überlegung, wie sie verpflegt werden sollten, sagt sein Jünger Andreas zu Jesus: „Hier ist ein Junge, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische”. In meiner inneren Vorstellung der Szene schämt sich Simon Petrus für die deppenhafte Anmerkung seines Bruders so fremd, wie es nur ein Geschwisterteil kann. Doch Jesus geht darauf ein! Jesus nahm die Brote, sprach darüber das Dankgebet und verteilte sie an die Menge. Mit den Fischen tat er dasselbe, und alle hatten reichlich zu essen. (Joh. 6,11)

Die Speisung der 5000 ist aus der Erkenntnis heraus entstanden: “Hier ist irgendwo ein erster Schritt (der aber von vorne bis hinten nicht ausreicht)“. Doch im Reich Gottes entstehen grosse Werke aus kleinen ersten Schritten. Ich entscheide mich dafür, das Gute, das schon da ist, bewusst mit Wertschätzung und Glauben zu betrachten, bevor ich das ins Auge fasse, was möglicherweise noch fehlt. Bei unseren Finanzen, und überhaupt!

Dankend!

Stuart

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